Berichten zufolge hat Sead Kolašinac das Interesse seines ehemaligen Vereins Schalke 04 geweckt. Ein möglicher Wechsel kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Klub aus Bergamo bereits vor erheblichen Veränderungen im Kader steht. Dies folgt auf eine turbulente Saison sowie den Abschied des langjährigen Trainers Gian Piero Gasperini.
Atalanta musste zuletzt den erfahrenen Verteidiger Berat Djimsiti verabschieden, der ein Jahrzehnt in Bergamo verbracht hatte. Der albanische Nationalspieler hat sich einer neuen Herausforderung beim Al-Diriyah FC angeschlossen und hinterlässt damit eine weitere Lücke in der Defensive. Nun könnte Kolašinac den Verein möglicherweise ebenfalls verlassen, wobei die Entscheidung über seine Zukunft offenbar maßgeblich beim Spieler selbst liegen dürfte.
Das Interesse von Schalke ist besonders bedeutsam, da Kolašinac eine langjährige Verbindung zum deutschen Verein hat. Der Nationalspieler von Bosnien und Herzegowina durchlief die Jugendabteilung von Schalke, bevor er den Sprung in die erste Mannschaft schaffte. Seine Leistungen brachten ihm schließlich einen Wechsel in die Premier League ein, wo er 2017 zum FC Arsenal wechselte.
Trotz seines Abschieds aus Deutschland verlor Kolašinac nie vollständig den Kontakt zu Schalke. 2021 kehrte er vorübergehend auf Leihbasis zum Verein zurück und erhielt damit eine weitere Gelegenheit, für den Klub aufzulaufen, der eine so wichtige Rolle in seiner Entwicklung gespielt hatte. Ein dauerhafter Wechsel kam damals jedoch nicht zustande, und später begann er in Italien ein neues Kapitel seiner Karriere.
Kolašinac wechselte im Sommer 2023 ablösefrei zu Atalanta und entwickelte sich schnell zu einer erfahrenen Stütze innerhalb des Kaders. Seine körperliche Stärke, seine defensive Erfahrung und seine Vertrautheit mit dem europäischen Spitzenfußball machten ihn zu einer wertvollen Figur für den Klub aus Bergamo – insbesondere in einer Phase, in der die Mannschaft stark auf erfahrene Spieler angewiesen war.
Seine aktuelle Vertragssituation könnte einen möglichen Transfer jedoch vergleichsweise einfach machen. Der 33-Jährige soll bei Atalanta lediglich bis zum Ende der laufenden Saison unter Vertrag stehen. Da sich sein Vertrag den letzten Monaten nähert, müsste Schalke möglicherweise keine größere finanzielle Verpflichtung eingehen, um seine Dienste zu sichern. Damit könnte die persönliche Präferenz des Spielers zum entscheidenden Faktor werden.
Für Atalanta ist die Situation besonders interessant, da der Verein unter Maurizio Sarri bereits in eine neue Ära eintritt. Nach Gasperinis Abschied und einer schwierigen Saison befindet sich der Klub im Umbruch und prüft, welche Spieler des bestehenden Kaders weiterhin Teil des Projekts sein sollen. Der Verlust eines weiteren erfahrenen Verteidigers würde daher eine zusätzliche Herausforderung für die neue sportliche Führung darstellen.
Es besteht zudem die Möglichkeit, dass Kolašinacs Zukunft bereits thematisiert wurde, als Atalanta für ein Vorbereitungsspiel gegen Schalke nach Gelsenkirchen reiste. Die Partie bot dem Verteidiger die Gelegenheit, in eine vertraute Umgebung zurückzukehren. Atalanta verließ Deutschland letztlich mit einem überzeugenden 3:0-Sieg.
Eine Rückkehr zu Schalke könnte für Kolašinac daher einen interessanten nächsten Schritt darstellen. Der deutsche Verein kennt ihn bestens, und der Verteidiger hat sowohl auf Jugend- als auch auf Profiebene bereits Erfahrungen in Gelsenkirchen gesammelt. Seine Vertragssituation bei Atalanta könnte den Zeitpunkt für eine Wiedervereinigung besonders günstig machen. Gleichzeitig muss Kolašinac entscheiden, ob er seine Karriere in Italien fortsetzen oder ein neues Kapitel bei dem Verein beginnen möchte, bei dem seine professionelle Laufbahn einst ihren Anfang nahm.
Bislang wurde noch keine endgültige Entscheidung bekannt gegeben. Das Interesse von Schalke sorgt jedoch für eine weitere Unsicherheit in Atalantas Planungen für die Defensive. Nachdem Djimsiti den Verein bereits verlassen hat und Kolašinac möglicherweise ebenfalls vor dem Abschied steht, könnte auf den Klub wichtige Arbeit bei der Neuordnung seiner Abwehr zukommen, während Sarri damit beginnt, seine Vorstellungen für die Mannschaft umzusetzen.
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